Bei schönstem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen hielt am Samstag, 1. Juni, die Baierwein-Gesellschaft e.V. beim „Ochsenwirt“ in Landshut ihre erste Mitgliederversammlung ab. Ziel der am 23. November 2018 in der historischen Weinbaugemeinde Bruckberg (bei Landshut) gegründeten Gesellschaft ist die Bewahrung, Förderung und Pflege der 1300 Jahre alten altbayerischen Weinkultur, des „Baierweins“. Dessen historisches Anbaugebiet reichte einst vom Bayerischen Wald bis zu den Alpen und von Salzach und Inn bis hinüber zur Iller. Und die bis dato 24 Mitglieder der Gesellschaft kommen tatsächlich aus dem gesamten historischen Einzugsgebiet, nämlich von Bad Reichenhall, Bad Wiessee, Bad Griesbach, München, Freising, Landshut, Kelheim, Bad Abbach, Regensburg, Schwandorf und Bach an der Donau bis Oberschneiding bei Straubing und sogar aus Konstanz am Bodensee. Als jüngstes (25.) Mitglied konnte Vorsitzender Wolfgang Rüby die Familie Arnold aus Wasserburg am Inn willkommen heißen, die dort einen „Miniweinberg“ betreibt. Zur Belohnung für die zum Teil sehr weite Anreise, hatte sich die Vorstandschaft ein exklusives Rahmenprogramm ausgedacht. Unter kundiger offizieller Führung ging es in den Keller und zwar in den berühmten, aber leider viel zu selten geöffneten, historischen Weinkeller der Trausnitz. 1541/42 ließ ihn Herzog Ludwig X. von italienischen Handwerkern errichteten. Mit ca. 11 m. Höhe, 16 m. Breite und 36 m. Länge macht er den Eindruck einer Kathedrale. 54 steile Stufen führen aus der Sommerhitze des Burghofs hinunter in die ganzjährig konstante Kühle von 8°C. Hier befand sich seit 1544 das extra für den Keller aus Eiche angefertigte, 78.000 Liter fassende, Landshuter Weinfass. Nur das Heidelberger Fass ist größer. 1554 war es ganz mit Baierwein gefüllt. Leider wurde es im 19. Jahrhundert auf Abbruch verkauft, und heute ist das Verkosten von Baierwein im Keller – auch wenn man ihn selbst mitbrächte – gänzlich verboten. Deswegen ging man um 17 Uhr weiter zum Schauweingarten der Weinzierlbruderschaft Achdorf – Berg am Hofgarten. Hier begrüßte „Bruderschaftsmeister“ Norbert Krieger die Tagungsteilnehmer zu einer Gratis-Verkostung höchst interessanter eigener Gewächse. Und nach dem Umzug in den Landshuter Hof, stand dort um 18.30 Uhr der Höhepunkt des Tages, nämlich der Festvortrag von Prof. Dr. Anthony Rowley (Redaktionsleiter des neuen Baierischen Wörterbuchs bei der Akademie der Wissenschaften) mit dem Thema „Schmeller und der Wein“ auf dem Programm. Dem von Franz Hopper zubereiteten festlichen Abendessen mit Verkostung ausgesuchter weißer und roter Regensburger Landweine (aus Regensburg-Winzer, Tegernheim und Wörth an der Donau) verliehen Beate und Michael Kordick aus Spiegelau mit Gitarre und Steirischer Harmonika eine dezente musikalische Note. Wolfgang Rüby stellte die Weine vor, und Stefan Memmer, Landshuter Lokalmatador in Sachen Wein und weithin bekannter Sommelier, geriet ob der hohen Qualität der Kollegen vom Donaustrand durchaus ins Schwärmen. Die Isar-Winzer haben jetzt eine neue Messlatte. Im Umgang damit will sie die Baierwein-Gesellschaft e.V. nach Kräften unterstützen. Auch auf den Keller kommt es an!

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